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A5.4.14

Archiv
Azubi-Tagebuch Fluggerätmechaniker/-in Instandhaltungstechnik

September 2011: Beginn der Ausbildung am Einsatzflugzeug

Nach der Ausbildung in der Lehrwerkstatt und den Fachabteilungen beginnt mit dem dritten Lehrjahr die praxisnahe Ausbildung am Einsatzflugzeug. Am Ausbildungsstandort der Lufthansa Technik in Frankfurt am Main kann der Auszubildende zum Ende des zweiten Ausbildungsjahres entscheiden, an welchen Flugzeugen er seine weitere Ausbildung fortsetzen möchte. Die Auswahl ist groß, vom Kurzstreckenflieger über Transportflugzeuge bis hin zum Airbus A380 stehen alle Möglichkeiten offen. Zu Beginn des 3. Ausbildungsjahres vermittelten uns unsere Lehrgesellen in einem ersten Orientierungsgespräch eine kleine Einführung in die Tätigkeiten unserer Wartungsgruppe. Die Flugzeugwartung wird hauptsächlich in Line- und Basemaintenance unterteilt. Für die Tätigkeit als freigabeberechtigtes Personal in der Linemaintenance, wird eine Freigabelizenz der Kategorie A (CAT-A) benötigt. Diese Lizenz berechtigt den Inhaber zur Ausstellung einer Freigabebescheinigung nach einfachen Wartungsarbeiten, die innerhalb des Umfangs seiner Berechtigung von ihm selbst durchgeführt wurden. Innerhalb der Basemaintenance werden Arbeiten größeren Umfangs getätigt, wie z.B. ein Triebwerkswechsel. Um ein Flugzeug nach größeren Wartungsarbeiten freizugeben, bedarf es einer Lizenz der Kategorie B, die den Umfang dieser Arbeiten einschließt. Zur Ausstellung der Lizenz CAT-A wird neben den theoretischen Nachweisen auch eine Dokumentation über die erbrachten praktischen Arbeiten gemäß unserer CAT-A Lizenz benötigt. Zu diesem Zweck bekommt jeder Auszubildende zu Beginn des 3.Lehrjahres ein Practical Logbook, das sich auf die Tätigkeiten an einem Flugzeugmuster mit einem bestimmten Triebwerk bezieht. Die Wartungsgruppe, die ich mir ausgewählt habe, umfasst sowohl den Bereich der Linemaintenance als auch den Bereich der Basemaintenance. Somit konnte ich gleich in den ersten Wochen einen interessanten Einblick in den Ablauf eines Push Back – Vorgangs auf dem Vorfeld sowie in einem Triebwerkswechsel in der Wartungshalle bekommen. Bei einem Push Back wird das Flugzeug mit Hilfe eines Flugzeugschleppers auf die Rollbahn geschoben.

Auf dem Foto sieht man den Prototypen der nächsten Generation der Boeing 747, die Boeing 747-8 intercontinental. Das Foto habe ich während unserer Klassenfahrt in Paris, auf der 49. Luft- und Raumfahrtausstellung in Le Bourget gemacht.

Erik Dörschel, 24 Jahre
Auszubildender im 3. Lehrjahr zum Fluggerätmechaniker – Fachrichtung Instandhaltungstechnik in Frankfurt

Juni 2011: Schichtarbeit

Nach eineinhalb Jahren Pauken der Theorie und Fertigen von Werkstücken bin ich nun in der Schichtarbeit im praktischen Einsatz.
Auf dem Bild ist zu erkennen, wie jemand den Reifendruck prüft, das wird oft gemacht. Dies ist nur eine der Tätigkeiten, die wir machen.
Neben der praktischen Arbeit werden wir von unseren Lehrgesellen über die verschiedenen Flugzeugsysteme und andere wichtigen Sachen abgefragt, somit hat man Praxis und Theorie in einem, was das Lernen leicht und zudem Spaß macht. Man lernt auch viel über die Dokumentation einzelner Arbeiten und das Heraussuchen von notwendigen Reparaturarbeiten aus dem Manuell.
Was mir auch sehr gut gefällt, ist, dass man viele neue Menschen kennen lernt, mit denen man kommuniziert, dass kein Tag wie der andere ist und dass keine Routine aufkommt.

 

 

Franziska Stahl, 17 Jahre
Auszubildende im 2. Lehrjahr zur Fluggerätemechanikerin – Fachrichtung Instandhaltung in München

Mai 2011: Die Arbeit in den Fachabteilungen und die Schulung am Einsatzflugzeug

Während meines zweiten Ausbildungsjahres habe ich bis jetzt jede Menge Erfahrungen über die Technologie des Flugzeuges erlangt. In den Fachabteilungen arbeitet man hauptsächlich mit einzelnen Teilen bzw. Baugruppen. Die Abteilung für „Rettung und Sicherheit“ beschäftigt sich z.B. mit der Instandsetzung von Notrutschen. Dabei werden diese auf Funktionstüchtigkeit getestet und bei Bedarf repariert. In der Räderwerkstatt lernt man, wie ein Rad demontiert, in der Abteilung für „Rissprüfung auf Beschädigung“ untersucht und danach wieder zusammen gebaut wird. Eine andere Abteilung, die Bremsenwerkstatt, beschäftigt sich in erster Linie nur mit den Fahrwerksbremsen. Diese durchlaufen dabei einen ähnlichen Prozess wie die Räder. Die Bremsenwerkstatt ist zudem auch für den Aus- und Wiedereinbau der Fahrwerke verantwortlich. Somit kam es auch schon mal vor, dass ich bei der Demontage des Bugfahrwerks eines A320 mithelfen durfte. Das zweite Ausbildungsjahr umfasst einen verhältnismäßig langen Aufenthalt in der Fachabteilung für die Triebwerkswartung. In dieser Abteilung bekam ich einen Einblick über den gesamten Ablauf einer Triebwerksüberholung. Als Azubi hilft man in dieser Abteilung bei der Durchführung der Eingangskontrolle sowie bei der Demontage und Montage verschiedener Triebwerksbauteile.

Neben der Ausbildung in den Fachbereichen lernte ich auch die Durchführung einfacher Wartungsarbeiten am Flugzeug. Diese Erfahrungen bekommt man im Laufe des zweiten Lehrjahres in speziellen Lehrgängen übermittelt. Anfangs trainiert man das Arbeiten im Team noch an einem alten Schulungsflugzeug. In den darauf folgenden Lehrgängen arbeitet man dann schon mitten in der Instandhaltung am Einsatzflugzeug. Je nachdem welche Instandhaltungsarbeiten gerade anfallen, sucht unser Ausbilder geeignete Arbeiten für uns heraus. Im Verlauf der Wartungsarbeiten arbeitet man dann in einem Team, bestehend aus zwei oder drei Mann. Ergibt sich z.B. ein Ausbau eines defekten Teils, müssen wir die richtigen Unterlagen zum Aus- und Wiedereinbau über ein Softwaresystem heraussuchen und die Arbeit gemäß diesen Unterlagen durchführen.

Auf dem Bild sieht man den vorderen Frachtraum eines Airbus A330-300, in dem wir u.a. das Beladungssystem auf defekte Teile untersucht haben.

Erik Dörschel, 24 Jahre
Auszubildender im 2. Lehrjahr zum Fluggerätmechaniker – Fachrichtung Instandhaltungstechnik in Frankfurt

Februar 2011: Lernen mit dem Laptop

Nachdem man sehr viele Grundlagen Mechanik und Elektronik gelernt hat, ging es an die einzelne Flugzeugsysteme. Jeder Azubi bekam einen Laptop mit einem Lernprogramm darauf. Bei diesem Programm ist alles auf Englisch, deswegen hatten wir eine Woche einen Englischkurs.
Sehr interessant fand ich das Thema Triebwerk. Wir haben etwas zu einzelnen Triebwerksbauteilen bis hin zur Kraftstoffzufuhr gelernt. Am Ende dieses Lehrgangs hatten wir eine mündliche Prüfung im Deutschen Museum, da dort Triebwerke ausgestellt sind. Danach durften wir uns die viele anderen Triebwerke, die das Museum zu bieten hat, ansehen.
Meine letzten Lehrgänge waren Sensorik, Instruments & Avionic. Dort hat man z.B. gelernt, wie Luftdruckmessen funktioniert, oder die einzelnen Instrumente im Cockpit.

Auf dem Foto sieht man, wie wir im Cockpit sind und die Displays hin und her schalten und was man alles darauf ablesen kann.

Momentan bereite ich mich nebenbei auf die Zwischenprüfungen vor, wo hauptsächlich Fertigungsmechanik und Aerodynamik geprüft werden.

Franziska Stahl, 17 Jahre
Auszubildende im 2. Lehrjahr zur Fluggerätemechanikerin – Fachrichtung Instandhaltung in München