Azubi-Tagebuch Elektroniker/-in
Mai 2012: Line Maintenance
Zurzeit bin ich in einer Abteilung, die mir sehr gut gefällt, weil die Aufgaben sehr vielfältig sind. Push-back, Run-up und Systemtests sind nur einige der interessanten Aufgaben, bei denen ich auch aktiv dabei sein darf.
Ein Run-up ist ein Triebwerksstandlauf, bei dem die Triebwerksleistung auf fast 90 % gebracht wird. Das Flugzeug wird zu diesem Zweck in eine spezielle Halle, die Lärmschutzhalle, geschleppt. Dabei werden wichtige Daten protokolliert, um den Zustand des Triebwerks zu bestimmen.
Ein Run-up kommt im Gegensatz zum Push-back selten vor.
Beim Push-back wird das Flugzeug mittels eines Schleppautos von seiner Parkposition in Richtung Startbahn "zurückgestoßen".
Beim Systemtest werden einzelne Systeme gezielt überprüft. Während einer dieser Tests hatte ich die Gelegenheit, bestimmte Knöpfe anhand eines Bedienhandbuches zu betätigen, um auf dem Bildschirm das erhoffte Ergebnis dargestellt zu bekommen.
Aufgrund dieser vielen Systemtests gewinnt man sehr schnell den Überblick über die vielen Flugzeugsysteme und deren Knöpfe und Bildschirme.
Auf dem Foto sind mehrere Flugzeuge im Hangar abgebildet, die während der Nacht flugtauglich für den nächsten Morgen gemacht werden.
Peter di Mauro, 23 Jahre
Auszubildender im 3. Lehrjahr zum Elektroniker für luftfahrttechnische Systeme
in Hamburg
März 2012: Avionic-Lehrgang
Im 3. Ausbildungsjahr sind wir zwar fast ausschließlich in den Schichten eingesetzt, jedoch bleibt der ein oder andere Lehrgang nicht aus. Vor kurzem hatten wir den Avionic-Lehrgang, den ich persönlich sehr interessant fand.
Wir haben sehr viel gelernt über die Kommunikationseinrichtungen in Flugzeugen. Thema war zum Beispiel die Kommunikation zwischen dem Piloten und dem Tower oder auch die Kommunikation innerhalb des Flugzeuges, wie z.B. zwischen dem Cockpit und der Kabine.
Ein weiteres Thema in dem Lehrgang war der Aufbau und die Funktionsweise des Autopiloten, welches uns unter anderem anhand eines Flugsimulators gezeigt wurde, wo dieser im Cockpit zu finden ist und wie man diesen einzustellen hat.
Das größte Thema in dem Lehrgang war die Navigation. Wir lernten Navigationskarten zu lesen und erstellten eigenhändig eine Flugroute, welche wir auch mit dem Flugsimulator nachstellen konnten. Uns wurden die Bodenstationen sowie die Geräte an Bord, die für die Navigation wichtig sind, erklärt, sowie deren Bedienweise und wo diese im Flugzeug zu finden sind.
Desweiteren lernten wir auch, wie ein Flugzeug die Geschwindigkeit und die Außentemperatur misst, seine Fluglage bestimmt und natürlich welches Display im Cockpit für welches System ist und wie man diese richtig ablesen kann.
Dieser Lehrgang war zwar sehr umfangreich, aber dafür sehr interessant und hilfreich für unsere Arbeiten am Flugzeug.
Johanna Christof, 21 Jahre
Auszubildende im 3. Lehrjahr zur Elektronikerin für luftfahrttechnische Systeme
in Frankfurt
Januar 2012: Berufsschule: Das Prinzip der Nachrichtenübertragung
Auch im dritten Jahr ist der Besuch der Berufsschule unerlässlich. Die Ausbildung zum Elektroniker für luftfahrttechnische Systeme teilt sich zwischen Betrieb und Berufsschule. In der Berufsschule bekommt man vorwiegend theoretisches Wissen vermittelt, was man im Betrieb praktisch umsetzt.
Besonders informationsreich war das letzte halbe Jahr. In diesen Schulblöcken wurden Elektrotechnik, Wirtschaft und Gesellschaft und Englisch unterrichtet. Im Fach Elektrotechnik kamen die „Lernfelder 9 und 10“ dran, in denen das Prinzip der Nachrichtenübertragung und die Flug- und Flugzeuginstrumente behandelt wurden. Anhand vieler praktischer Experimente, die mit ausgebauten Instrumenten (z.B. Variometer und barometrischer Höhenmesser und Fahrtmesser) in der Klasse durchgeführt wurden, war der Unterricht sehr angenehm.
Zurück im Betrieb wurde ich in meiner wohlbekannten Abteilung, nämlich in der Flugzeugüberholung, an der Boeing 747 eingesetzt. Dank der Experimente in der Berufsschule, kann ich jetzt die Funktion vieler Instrumente im Cockpit der B747 gut nachvollziehen, wenn ich sie im eingebauten Zustand am Flugzeug sehe.
Im Foto ist ein Fahrtmesser abgebildet, der sich im ausgebauten Zustand befindet.
Peter di Mauro, 23 Jahre
Auszubildender im 3. Lehrjahr zum Elektroniker für luftfahrttechnische Systeme
in Hamburg
November 2011: Das 3. Ausbildungsjahr hat begonnen
Nun bin ich schon seit einigen Wochen in der Wartungsgruppe der Kurzstrecke, in der ich auch bis zu meinem Ausbildungsende bleiben werde.
Anfangs war der Schichtdienst zwar etwas gewöhnungsbedürftig, stellt aber mittlerweile kein Problem mehr für mich dar. Die Arbeit ist einfach unglaublich spannend, fast täglich lerne ich etwas Neues und kann mein theoretisches Wissen anwenden und vertiefen.
Ich bin sehr froh darüber, dass die meiste Arbeit auf dem Vorfeld stattfindet. Dies ist einfach sehr abwechslungsreich, wenn auch manchmal etwas stressig auf Grund der kurzen Bodenzeiten. So ist oftmals viel los an den Flugzeugen. Das Flugzeug wird mit Gepäck beladen, betankt, gesäubert, die Crew bereitet sich auf den Flug vor und wenn es richtig knapp wird, fängt auch schon das Boarding der Passagiere statt. So hat man aber auch mal Einblick in das ganze Geschehen der Flugvorbereitung und sieht was außerhalb unserer Arbeit noch alles gemacht werden muss.
Sehr gut finde ich auch, dass ich manchmal mit einer Mechanikergruppe unterwegs bin und so auch einen Einblick in mechanische Arbeiten bekomme, welche für manche Prüfungen von Vorteil sind und vor allem mein Wissensspektrum erweitert.
Häufige Tätigkeiten sind der Austausch von Leuchtstoffröhren, Leselampen und anderen Lichtern, Tests und Resets der Systeme, Austausch der Computer, der ein oder andere Reifenwechsel und natürlich noch vieles mehr.
Johanna Christof, 21 Jahre
Auszubildende im 3. Lehrjahr zur Elektronikerin für luftfahrttechnische Systeme
in Frankfurt
September 2011: Betriebseinsatz auf der Boeing 747-400
Nun hat für mich das 3. Ausbildungsjahr in Hamburg begonnen. Es wird bestimmt sehr spannend werden, weil es vorwiegend aus Betriebseinsätzen besteht.
Zuletzt fand mein Betriebseinsatz in einer Abteilung statt, die für den Umbau der First Class in der Boeing 747-400 von Lufthansa zuständig ist. Mir und meinem Lehrgesellen wurden mehrere Aufgaben zugeteilt. Ich durfte die Entertainment-Monitore auf Funktion prüfen, nachdem wir sie eingebaut hatten.
Danach habe ich Aluminium-gebürstete Leselampen einbauen dürfen. Diese sind speziell luftfahrtzugelassen. Nach beendeter Arbeit hat mir mein Lehrgeselle einige Schalter im Cockpit gezeigt und deren Funktion beschrieben.
Ich fand diese Abteilung, in der ich zwei Wochen tätig war, sehr spannend, weil ich selber schon in einer B 747-400 von Lufthansa mitgeflogen bin, bei der der Umbau der neuen Economy- und First Class Bestuhlung noch nicht stattgefunden hatte.
Nun war ich sogar daran beteiligt, diesen Umbau durchzuführen.
Peter di Mauro, 23 Jahre
Auszubildender im 3. Lehrjahr zum Elektroniker für luftfahrttechnische Systeme
in Hamburg








