Azubi-Tagebücher
Fluggerätmechaniker/-in Instandhaltungstechnik
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Elektroniker/-in
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Azubi-Tagebuch Fluggerätmechaniker/-in Fertigungstechnik
Februar 2012: Attrappenlehrgang
Der Attrappenlehrgang ist ein Lehrgang, den man als Fluggerätmechaniker mit der Fachrichtung Fertigungstechnik im dritten Lehrjahr absolviert. Hierbei handelt es sich um einen Lehrgang an der A319 Attrappe in der Lehrwerkstatt. Bei diesem Lehrgang repariert man, wie auch später im Berufsbild vorgesehen, Schäden oder Mängel am Fluggerät. Die Schäden entstehen durch die Ausbilder/innen und man muss dann nach SRM - "Structure-Repair-Manual", dem Handbuch in dem alle Reparaturanweisungen für Fertigungstechniker enthalten sind, den Schaden reparieren. Dabei wird bei der Kontrolle/Bewertung darauf geachtet, wie genau nach dem Handbuch gearbeitet wurde und ob die Reparatur so theoretisch in einem Flugzeug eingebaut werden könnte. Für mich als Mechaniker ist das extrem spannend, da ich mich selber testen kann, wie weit ich eine Reparatur alleine durchführen kann und wie brauchbar meine Ergebnisse sind.
In meinem Fall habe ich eine "Floorbeam Repair" eine "Skin Repair" und eine "Stringer Repair" gemacht bzw. bin noch dabei.
Jonas Kauer, 22 Jahre
Auszubildender im 3. Lehrjahr zum Fluggerätemechaniker – Fachrichtung Fertigungstechnik in Hamburg
Oktober 2011: Maine L-1649A „Super Star“ Projekt
In Auburn – Maine hat die Lufthansa Technik eine Halle gemietet, in der eine L-1649A „Super Star“ restauriert wird. Als Auszubildender hat man die Möglichkeit, dort für eine begrenzte Zeit Einblicke in die Flugzeugrestauration und die alten Techniken zum Flugzeugbau zu bekommen.
Man wird zwischen 3-6 Wochen eingesetzt und arbeitet in den Teams dort vor Ort, welche aus Amerikanern und Deutschen bestehen, und hilft beim Alltagsgeschäft mit. Dazu gehören die Demontage von alten Floorpaneln wie auch Korrosionsbeseitigung und Neubau von verschiedenen Bauteilen.
Besonders Spaß macht es, den amerikanischen Lebensstil einmal hautnah mitzubekommen und nicht nur als Tourist in einem fremden Land zu sein. Man lernt außerdem sehr schnell sehr viel Englisch, weil man bei der Arbeit mit den amerikanischen Kollegen natürlich Englisch sprechen muss. Auch beim gemeinsamen Mittagessen oder bei einem Barbecue macht man sich mehr Freunde, wenn man Englisch spricht.
Auf dem Foto sieht man mich und einen Arbeitskollegen vor der zweiten L-1649A, welche als Ersatzteillager und Anschauungsmaterial dient.
Jonas Kauer, 22 Jahre
Auszubildender im 2. Lehrjahr zum Fluggerätemechaniker – Fachrichtung Fertigungstechnik in Hamburg
Juni 2011: Juniorfirma – GiveAways Corporation
Die LHT unterhält nun in der dritten Generation eine Juniorfirma, um ambitionierten Auszubildenden einen „Blick über den Tellerrand“ zu ermöglichen. Die ursprüngliche Aufgabe der so genannten GiveAways Corporation war es, den Vertrieb von Werbeartikeln zu übernehmen, daraus entwickelte sich jedoch schnell ein Dienstleisterbetrieb. Heute übernimmt die GiveAways Corp. fast alle Arten von Aufträgen, ob es um die Bedruckung von T-Shirts oder kreative Werbegeschenke geht. Es geht für die Azubis darum, einen Einblick in das Arbeitsleben eines Betriebes zu bekommen, von der Geschäftsführung, über den Einkauf zum Rechnungswesen. Da ich schon immer wirtschaftlich interessiert war, habe ich mich zum Anfang des Jahres auf eine Stelle in der Juniorfirma beworben und bilde inzwischen seit knapp einem halben Jahr zusammen mit einer Kollegin die Geschäftsführung der GiveAways Corp. Es ist unglaublich interessant, einmal selber in der Verantwortung zu stehen und die Prozesse verstehen und steuern zu lernen. Zu dem habe ich viele neue Kontakte zu Mitauszubildenden aus allen Fachrichtungen bekommen. An einem typischen Tag in der Juniorfirma müssen wir verschiedene Angebote für die jeweiligen Anfragen einholen, die Entwicklung und Umsetzung eines Logos realisieren und z.B. Ware ausliefern. Natürlich kann all dies nicht in der Arbeitszeit geschehen, da die „normale“ Ausbildung nicht durch die Tätigkeit in der Juniorfirma beeinflusst werden darf. Deshalb treffen wir uns, zwei Mal in der Woche für 2 Stunden, kümmern uns um Aufträge, entwickeln Firmen- und Marketingstrategien oder führen Kunden- und Lieferantengespräche. Diese Zeit wird den mitwirkenden Azubis zum Teil vergütet, uns ist aber auch bewusst, dass wir Teil einer Firma sind, die auf uns vertraut.
Das bedeutet auch, dass man manchmal abends noch vorm Computer sitzt, um eine E-Mail an einen Lieferanten zu schreiben oder auch mal bereit ist, im Urlaub Telefonate entgegenzunehmen, um einen neuen Auftrag an Land zu ziehen.
Jonas Kauer, 22 Jahre
Auszubildender im 2. Lehrjahr zum Fluggerätemechaniker – Fachrichtung Fertigungstechnik in Hamburg
Februar 2011: LHT Praxiseinsatz bei Air Hamburg
Als Auszubildender der Lufthansa Technik in Hamburg kann es durchaus passieren, dass man Betriebseinsätze auch außerhalb der LHT-Werft Hamburg hat, unter anderem gibt es eine Möglichkeit in Uetersen. Dort befindet sich auf dem Flugplatz Uetersen-Heist die Air Hamburg Technik, doch erstmal ein paar Worte zu dem Unternehmen.
Air Hamburg ist ein mittelständisches Unternehmen mit ca. 50 Mitarbeitern und vereinigt die „Flugschule Hamburg“ die „Air Hamburg Private Jets“ und „Air Hamburg“ unter sich. Es werden Rundflüge, Notfallservice, Charterflüge und Fotoflüge angeboten, aber auch die Möglichkeit gegeben, mit Privatjets quer durch Europa zu reisen.
Die Lufthansa Technik schickt in regelmäßigen Abständen Auszubildende aus allen handwerklichen Berufsgruppen zur Air Hamburg Technik, um dort Hand mit anzulegen und neue Erfahrungen zu sammeln. In meinem zweiwöchigen Betriebseinsatz habe ich bei der Air Hamburg Technik hauptsächlich an ein- und zweimotorigen Kleinflugzeugen gearbeitet, es kam aber auch vor, dass man einfach mal zum Hamburger Flughafen fahren musste, um sich dort um ein Problem an einem der momentan 7 Jets zu kümmern, die Air Hamburg Private Jets unterhält. Eines der Hauptprojekte war die Komplettüberholung einer Cessna. Schon an meinem ersten Tag war das Kleinflugzeug in alle Einzelteile zerlegt, und ich habe dann Beplankungsteile der Tragflächen entweder repariert oder neu angefertigt. Zu dem kamen täglich kleinere Arbeiten hinzu, wie es in einem kleinen Betrieb üblich ist – man hilft sich die ganze Zeit gegenseitig aus.
Allgemein kann man zu diesem „Außeneinsatz“ sagen, dass es eine super Abwechslung ist: man schiebt seine Flugzeuge noch eigenhändig in die Halle, um an ihnen Wartungs- oder Überholungsarbeiten durchzuführen.
Dadurch dass nur 5-10 Personen gleichzeitig in der Halle arbeiten, ist der persönliche Bezug zu den einzelnen Mitarbeitern sehr groß, auch die Eigenverantwortung steigt enorm.
Paul Jonas Kauer, 21 Jahre
Auszubildender im 2. Lehrjahr zum Fluggerätemechaniker – Fachrichtung Fertigungstechnik in Hamburg
Oktober 2010: ARC West Reverser Überholung
Bei ARC West werden alle "Airframe Related Components" gewartet und
überholt, dabei kann es sich um Flaps, Slats, Nosecowlings oder ganze
Reverser handeln. Ich habe in diesem Falle an Reversern der Trent 700
und Trent 500 Triebwerke gearbeitet und dort das Corebondment ausgebaut.
Dazu muss der ganze Reverser auseinander gebaut werden, um dann eine graue Schicht vom Bauteil kratzen zu können, die sich „ wire mash“ nennt. Danach wird in einer anderen Abteilung das Corebondment erneuert, bis es wieder einbaufertig zurückgeliefert wird. Jeder Arbeitsschritt ist getaktet und kann dadurch leichter koordiniert werden. Man arbeitet als ein Zahnrad einer großen Maschine. Daran sieht man, wie sehr der Betrieb an Produktivität interessiert ist.
Paul Jonas Kauer, 21 Jahre
Auszubildender im 2. Lehrjahr zum Fluggerätemechaniker – Fachrichtung Fertigungstechnik in Hamburg







