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A5.4.10

Azubi-Tagebuch Fluggerätmechaniker/-in Triebwerkstechnik

April 2012 - Das Hautfeldprojekt

Im August 2011 hat meine Ausbildung zum Fluggerätmechaniker mit der Fachrichtung Triebwerkstechnik begonnen.
Da mich technische Berufe schon immer interessierten, habe ich nach dem Schulabschluss beschlossen, eine technische Ausbildung anzufangen. Das große Arbeitsangebot bei Lufthansa Technik hat mich sehr angesprochen, sodass die Bewerbung schnell abgeschickt war.
Nach einigen Gesprächen mit Mitarbeitern der LHT schien mir die Arbeit am Herzen des Flugzeugs, dem Triebwerk, am interessantesten. Nach mehreren Auswahlverfahren stand ich schon nach kurzer Zeit mit Arbeitskleidung in der Lehrwerkstatt und hatte somit die Chance, in die komplexe Welt der Luftfahrt einzusteigen. Die Entscheidung, eine Ausbildung bei Lufthansa Technik zu beginnen, halte ich immer noch für vollkommen richtig.
Nach der Grundausbildung, in der die Auszubildenden praktische Grundfertigkeiten wie Feilen, Bohren, Senken, Kanten, Sägen, Reiben usw. erlernen, folgten einige praxisorientierte Lehrgänge, Unterricht in der Berufsschule G15 und die ersten Betriebseinsätze.
Zurzeit beschäftige ich mich mit dem Hautfeldprojekt, einem Projekt der Lufthansa Technik in Kooperation mit der Berufsschule. Es beinhaltet die Planung und Herstellung eines Rumpfstruktursegmentes eines Airbus Flugzeuges, das auf dem Bild zu sehen ist. Der theoretische Teil erfolgt gruppenweise in der Berufsschule und schließt mit einer Präsentation der Bauteilgruppen ab. Die Fertigung des Segmentes, welches aus einigen Einzelbauteilen besteht, wird in der Lehrwerkstatt der Lufthansa Technik in Gruppen durchgeführt. Dabei stehen die Zusammenarbeit im Team und die Anwendung der vorher erlernten Fertigkeiten im Vordergrund.
Man lernt sehr schnell, dass die Arbeit im Team durch gegenseitige Kontrollen und Absprachen ein besseres Ergebnis hervorbringt. Somit wird man auf das Arbeiten in den Flugzeugwerkstätten eingestellt, bei dem die Teamarbeit im Fokus steht.

Besonders gefallen hat mir bei dem Projekt, dass wir die gelernten Fertigkeiten an einem Bauteil umsetzen konnten, das tatsächlich in einem Airbus Flugzeug zu finden ist.

Felix Franz, 20 Jahre
Auszubildender im 1. Lehrjahr zum Fluggerätmechaniker – Fachrichtung Triebwerkstechnik
in Hamburg

Dezember 2011 - Der Triebwerksprüfstand

Der Prüfstand ist sozusagen das letzte Glied in der Kette der Triebwerksüberholung, bevor das Triebwerk wieder zum Kunden geschickt wird oder wieder an das entsprechende Flugzeug gebaut wird. Hier wird das Triebwerk auf "Herz und Nieren" getestet. Der Prüfstand ist also da, um zu testen, ob das Triebwerk einwandfrei läuft.

Nachdem das Triebwerk für den Prüflauf vorbereitet wurde, wird es in den Testkanal geschoben und der Prüflaufführer fährt den Motor auf verschiedene Zustände wie zum Beispiel auf Leerlauf, Take off oder auf Reisefluggeschwindigkeit.
Während des Prüflaufes kann der Mechaniker auf einem Display die wichtigsten Parameter sehen wie Drehzahl, Schub, Druck und viele andere. Aus diesen Parametern lässt sich dann schließen, ob das Triebwerk einwandfrei läuft.

Dieser Betriebseinsatz hat mir einen umfangreichen Einblick gegeben, was beim Testen eines Triebwerks alles wichtig ist, und welche Fehler eventuell bei der Überholung geschehen können und wie man sie vermeidet.

Kevin Behnk, 22 Jahre
Auszubildender im 2. Lehrjahr zum Fluggerätmechaniker – Fachrichtung Triebwerkstechnik
in Hamburg

August 2011 - Betriebseinsatz

In diesem Abschnitt meiner Ausbildung möchte ich über einen Betriebseinsatz außerhalb der Lufthansa Technik Basis berichten.
Gelegentlich kommt es vor, dass Auszubildende auch außerhalb der Lufthansa Basis eingesetzt werden, sei es bei Air-Hamburg, in den USA beim „Super Star Projekt“ oder wie in meinem Fall beim RK-Flugdienst Fliegerhorst in Appen.

Der RK-Flugdienst besitzt zwei Dornier 28 (siehe Foto), eine Dornier 27 und eine Piaggio, sowie einen Fuhrpark von alten Militärautos. Die Flugzeuge sind von der Bundeswehr ausgemusterte Militärflieger, die heutzutage für Rundflüge benutzt und auf Flugshows zur Schau gestellt werden. Diese dienten früher als Aufklärer, Truppenflieger oder Schulungsflugzeug.

Dieser Betriebseinsatz war für mich eine Riesenerfahrung. Zum einen hatte ich die Chance an einem kompletten Flugzeug zu arbeiten, was mir in meiner Ausbildung bis jetzt verwehrt geblieben ist, da ich die Fachrichtung Triebwerkstechnik erlerne. Zum anderen konnte ich Kolbentriebwerke und alte Technik kennen lernen, sowie diese instand halten.

Mein persönliches Highlight dieses Betriebseinsatzes war das Arbeiten an den Kolbenmotoren vom Fabrikat Lycoming, welche ich als Auszubildender der Triebwerksmechanik sonst nicht kennengelernt hätte. Zu meinen Aufgaben gehörte unter anderem das Wechseln von Kleinteilen, den Zündpunkt einstellen, den Ölstand messen, Treibstoff tanken oder das Wechseln von diversen Dichtungen.

Eine weitere ganz typische Arbeit war der Vorflug- und der Nachflug-Check, welcher vor jedem Start bzw. nach jeder Landung gemäß den Militärvorschriften durchgeführt werden muss.

Bei diesem Check wird optisch überprüft, ob der Flieger in einem flugfähigen Zustand ist oder Mängel aufweist. Ebenso werden Ölstand, Reifendruck, die Elektronik und die Ausrüstung gecheckt.

Kevin Behnk, 22 Jahre
Auszubildender im 2. Lehrjahr zum Fluggerätmechaniker – Fachrichtung Triebwerkstechnik
in Hamburg

April 2011: Halbzeit – die Zwischenprüfung

Die letzten Monate habe ich wieder in einigen Abteilungen im Bereich der Triebwerksüberholung gearbeitet und an einigen Lehrgängen teilgenommen.

Mittlerweile hieß es Halbzeit und die Zwischenprüfungen standen bevor. Anstrengend an der Zwischenprüfung war sicherlich das Lernen für den theoretischen Teil, der in der Schule stattfand. Die Prüfung bestand aus diesen Themen: Technische Mathematik, Technische Kommunikation, Werkstofftechnik, Fertigungstechnik, Qualitätssicherung und Fluggerätetechnik.
Doch positiv an der ganzen Sache war, dass ich ganz genau weiß, wo ich mit meinem Wissen liege und ob ich mich genug für den theoretischen Teil vorbereitet habe. So kann ich einschätzen, wie viel ich für die Abschlussprüfung lernen muss.

Vier Wochen vor den praktischen Prüfungen hatten wir einen Aluminium-Lehrgang, den wir unter anderem zur Vorbereitung auf die Prüfung erteilt bekommen haben. In diesen zwei Wochen haben wir z.B. drei Übungs-Werkstücke auf Prüfungsniveau gefertigt, um unsere Fertigkeiten zu verfeinern und um zu lernen, wie man mit der verfügbaren Zeit im Stress zurechtkommt.

Der praktische Teil findet im Betrieb statt. Man bekommt diverse Halbzeuge und Normteile, die teilweise schon vorgefertigt sind, und muss anhand einer technischen Zeichnung innerhalb einer bestimmten Zeit ein Werkstück fertigen.

Bei dieser Prüfung kommen alle Fertigkeiten, die man sich in der Grundausbildung angeeignet hat, zum Tragen.

Kevin Behnk, 22 Jahre
Auszubildender im 2. Lehrjahr zum Fluggerätmechaniker – Fachrichtung Triebwerkstechnik
in Hamburg